Was ist Vali-Med  |  Ablauf  |  Kosten  |  Unsere Experten  |  Bewertung  |  Anfrage stellen  |  AGB  |  Impressum

 

Infektiöse Mononukleose

Die infektiöse Mononukleose ist klinisch definiert als Erkrankung mit Fieber, Lymphknotenvergrößerung und Pharyngotonsillitis und muß von der bakteriellen Pharyngotonsillitis oder dem Peritonsillarabszeß abgegrenzt werden. Diese Übersichtsarbeit präsentiert das empfohlene diagnostische und therapeutische Vorgehen und gibt Empfehlungen für die Wiederaufnahme körperlicher und sportlicher Aktivitäten nach überstandener Krankheit.

Die infektiöse Mononukleose (IM) ist eine klinisch definierte Erkrankung mit der typischen Symptomtrias Fieber, Lymphknotenvergrößerung und Pharyngotonsillitis [4, 7, 8, 9, 16, 19, 24]. Sie tritt klassischerweise im Schul- und jungen Erwachsenenalter auf und wird hauptsächlich durch das Herpesvirus Epstein-Barr-Virus (EBV) verursacht. Differentialdiagnostisch ist unter anderem an eine Streptokokken-Pharyngotonsillitis oder bei deutlich seitendifferentem Befund auch an einen Peritonsillarabszeß zu denken. Seltenere Differentialdiagnosen sind eine Infektion mit Zytomegalievirus, Toxoplasmose, Röteln, Infektionen mit Adenoviren, Humanes Herpesvirus 6 (HHV 6), HIV.
Das EBV ist humanspezifisch und B-lymphotrop. Über Rachensekrettröpfchen und Intimkontakte wird die Infektion nach außen weitergegeben, was sich in einem zweiphasigen Durchseuchungsschub entsprechend dem Mutter-Kind-Kontakt und postpubertären Partnerschaften („Studentenkußkrankheit") niederschlägt. Pränatale Infektionen sind nicht belegt.
In Mitteleuropa sind die Kinder zu 70-80%, die Erwachsenen zu 80-90% durchseucht. Die Inzidenz der IM wird mit 345-671 Fällen pro 100 000 Einwohner pro Jahr angegeben. Das Epstein-Barr-Virus (EBV) infiziert als eigentliche Zielzellen die B-Lymphozyten, zu denen es nach Durchkreuzung des Oropharynx gelangt. Infizierte B-Lymphozyten werden aktiviert und wandern zu regionalen Lymphknoten oder über Lymph- und Blutweg zu anderen lymphatischen Organen. 4-6 Wochen nach der Infektion kommt es zu einer massiven Virämie und Infektion der B-Lymphozyten, die von zytotoxischen T-Lymphozyten attackiert und weitgehend eliminiert werden. Die große Zahl der Killerzellen ist im Blutbild als IM nachweisbar. Die Virus-Wirts-Auseinandersetzung verläuft beim Kleinkind mit noch nicht ganz ausgereifter T-Lymphozyten-Antwort in der Regel subklinisch, zumal z.B. der Säugling in der Regel noch über den Teilschutz diaplazentarer Antikörper verfügt.
Beim Jugendlichen und Erwachsenen kommt es dagegen zur klassischen Trias Fieber, Pharyngotonsillitis und zervikale Lymphknotenvergrößerung, die in je 80-90% der Fälle vorkommen (Tabelle 1). Eine Milzvergrößerung ist in etwa 50% der Fälle palpabel. Radiologisch tritt sie in nahezu 100% auf. Die Hepatomegalie ist Ausdruck der EBV-Hepatitis, die ebenfalls fast immer auftritt. Ein gelegentlich auftretendes Exanthem kann mit Röteln verwechselt werden.

Dieses Krankheitssyndrom wurde bereits vor über 100 Jahren von Emil Pfeiffer (1846-1921) beschrieben (Pfeiffersches Drüsenfieber). Die B-Lymphotropie bedingt die systemische Beteiligung des lymphatischen Systems, wodurch die IM sich deutlich von der lokalen Infektion der Tonsillenregion bei der bakteriellen Pharyngotonsillitis unterscheidet. Die Beteiligung des lymphatischen Systems zeigt sich auch im Nasenrachen, wo in über 90% die klassischen klinischen oropharyngealen Zeichen der infektiösen Mononukleose zu finden sind: Vermehrung des lymphatischen Gewebes mit fibrinöser Oberfläche [27]. Dies führt klinisch in vielen Fällen zu einer Nasenatmungsbehinderung und einer vermehrten Nasensekretion. Aufgrund der vorherrschenden starken Schluckbeschwerden werden diese nasalen Symptome meist nicht ausreichend beachtet. Bei der bakteriellen Pharyngotonsillitis ist der Nasopharynx nicht mitbetroffen..... weiterlesen.

 

Linkpartner: Vali-Med | Warenhaus Online | Warenhaus Direkt | News.Vali-med.de | Online Shop Portal24 | Telekommunikation und Internetservice | HNO Gutachter