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Belastungsinkontinenz / Stressinkontinenz

Begriffserklärung:
Ungewollter Urinabgang durch Erhöhung des Drucks im Bauchraum (z.B. beim Husten, Niesen, Lachen, Treppensteigen). Die beiden Begriffe „Belastungsinkontinenz“ und „Stressinkontinenz“ haben die gleiche Bedeutung.

Häufigkeit:
Die Belastungsinkontinenz ist fast ausschließlich ein Frauenleiden. Sie ist die häufigste Form der Blasenschwäche. 8 von 10 harninkontinenten Frauen leiden unter den Symptomen der Belastungsinkontinenz. Im Alter erkranken jedoch sowohl Frauen als auch Männer überwiegend an einer Dranginkontinenz.

Ursachen:
Generell liegt der Belastungsinkontinenz ein Versagen des Harnröhrenverschlusses zugrunde. Der ringförmige Schließmuskel (Sphinkter) ist in das Gefüge des Beckenbodens integriert. Ist der dieser geschwächt, führen Druckbelastungen wie Niesen oder Husten zu Urinverlusten, da der Schließmuskel nicht mehr „greifen“ kann. Die eigentliche Blasenfunktion ist vollständig in Ordnung.
Vor allem bei Frauen kann die Belastungsinkontinenz ganz viele verschiedene Ursachen haben:

  • Vaginale Geburten

  • Schwache Beckenbodenmuskulatur

  • Starkes Übergewicht

  • Bindegewebsschwäche

  • Hormonmangel nach der Menopause (Östrogenmangel)

  • Gebärmuttersenkung

  • Senkung der Scheide oder des Blasenbodens

Bei Männern ist die Belastungsinkontinenz eher selten und dann oft Folge einer Prostataoperation.

Symptome:
Die PatientInnen schildern einen ungewollten Urinverlust vor allem bei körperlicher Anstrengung und Lagewechsel. Ein Harndrang tritt dabei in der Regel nicht auf. Je nach dem in welchen Situationen dieser Urinverlust erfolgt, unterscheidet man in der Medizin verschiedene Schweregrade:

Einteilung der Belastungsinkontinenz:
Grad I:    Urinabgang beim Husten, Niesen, Heben schwerer Lasten
Grad II:   Urinabgang beim Treppensteigen, Laufen, körperlicher Arbeit
Grad III:  Urinabgang auch im Stehen oder Liegen ohne körperliche Belastung

Die Belastungsinkontinenz kann zusammen mit einer Dranginkontinenz auftreten. In diesem Fall spricht man von einer Mischinkontinenz.

Diagnose:
Schon das Gespräch mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin über die Art der Beschwerden (Anamnese) liefert wichtige Hinweise für die zu Grunde liegende Ursache der Inkontinenz.
Weitere diagnostische Hilfsmittel sind:

  • Miktionsprotokoll (mind. über 2 Tage)

  • PAD - Test

  • Urinuntersuchungen

Eine anschließende körperliche Untersuchung verschafft weitere Klarheit.
Darüber hinaus gibt es einige hilfreiche technische Diagnoseverfahren:

  • Sonografie

  • Blasendruckmessung

  • Blasenspiegelung

Therapie:
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen konservativen (nicht-operativen) und operativen Verfahren. Die Art der Therapie richtet sich ganz individuell nach dem jeweiligen Befund und dem Therapiewunsch der Patientin.
Die nicht-operativen Verfahren sind vielfältig und in der Regel auch effektiv.

  • Gewichtsreduktion bei starkem Übergewicht

  • Beckenbodengymnastik

  • Biofeedback-Training

  • Vaginalkonen-Training

  • Elektrostimulation des Beckenbodens

  • Medikamentöse Hormonbehandlung (z. B. vaginale Östrogensalbe)

  • Medikamentöse Behandlung zur Stärkung der glatten Muskulatur (Duloxetin)

  • Einlage eines Pessars

Sollte dies alleine nicht ausreichen, so verbessern sie doch die Voraussetzungen für eine spätere Operation, zum Beispiel durch Kräftigung der Muskulatur und Steigerung der Durchblutung.
In schwereren Fällen der Inkontinenz oder bei Versagen der oben genannten Therapieformen stehen nach sorgfältiger individueller Diagnostik folgende operativen Eingriffe zur Verfügung:

  • TVT, TOT

  • Suspensionsoperation

  • Scheidenplastik mit oder ohne Entfernung der Gebärmutter

  • Künstlicher Schließmuskel (selten)

Für eine Analyse ist unser Experte im Fachgebiet Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz) der Frau jederzeit für Sie erreichbar:

Priv.-Doz. Dr. med. Ursula Peschers

Priv.-Doz. Dr. med. Ursula Peschers

Spezialgebiet:
Belastungsinkontinenz der Frau
Lebenslauf der Expertin

Priv.-Doz. Dr. med. Ursula Peschers bei Vali-Med anfragen.

 
 

 

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